Kaltwand-Retortenöfen bis 2400 °C bzw. bis 3000 °C

Sie eignen sich hervorragend für vielfältige Wärmebehandlungsprozesse, die eine definierte Schutz- oder Reaktionsgasatmosphäre erfordern.

FAQ zu Kaltwandretortenofen

Die Kaltwandretortenöfen der Baureihe VHT sind Hochtemperaturöfen für Wärmebehandlungen unter Schutzgas, Reaktionsgas oder Vakuum. Sie eignen sich insbesondere für anspruchsvolle Prozesse in Forschung, Entwicklung und industrieller Produktion. 

 

Kaltwandretortenöfen der Nabertherm Baureihe VHT kommen unter anderem in folgenden Bereichen zum Einsatz: 

  • Sintern

  • Entbindern 

  • Wärmebehandlung von Metallen

  • Hartlöten

  • Glühen

  • Keramik- und Pulvermetallurgie 

  • Hochtemperaturprozesse unter Vakuum

  • Prozesse unter Wasserstoff oder Schutzgas 

  • Forschung und Materialentwicklung 

Je nach Ausführung erreichen die Retortenöfen Temperaturen von bis zu 2400 °C. Die verfügbaren Temperaturbereiche hängen dabei vom jeweiligen Heizsystem ab: 

  • Graphitbeheizung: bis 2400 °C

  • Molybdänbeheizung: bis 1600 °C

  • Wolframbeheizung: bis 1800 °C

  • MoSi₂-Heizelemente: bis 1800 °C

Sind höhere Temperaturen erforderlich können Schachtöfen der Nabertherm Baureihe SVHT eingesetzt werden. Diese erreichen Maximaltemperaturen von bis zu 3000 °C mit Graphitbeheizung beziehungsweise bis 2400 °C mit Wolframbeheizung. 

Die VHT-Baureihe bietet unterschiedliche Heizkonzepte für verschiedene Prozessanforderungen: 

  • Graphit-Heizeinsätze für höchste Temperaturen 

  • Molybdän- und Wolfram- Heizeinsätze für hochreine Prozesse und für Hochvakuum-Anwendungen 

  • MoSi₂-Heizelemente mit Faserisolierung für Prozesse unter Luft und Schutzgas oder Vakuum 

Dadurch kann der Ofen optimal an Material, Atmosphäre und Temperatur angepasst werden. 

Ja. Die vakuumdichte Retorte der Nabertherm Baureihe VHT ermöglicht Prozesse im Grob-, Fein- oder Hochvakuum. Abhängig von Modell und Pumpensystem sind Vakuumniveaus bis in den Bereich 10-6 mbar möglich. 

Kaltwandretortenöfen zeichnen sich dadurch aus, dass die Retortenwände – wie der Name schon sagt – gekühlt werden. Der Heizer ist innenliegend und durch eine Isolierschicht von den gekühlten Wänden der Vakuumkammer getrennt. Durch die niedrige Temperatur der Wand behält das Vakuumkammermaterial seine Festigkeit und erlaubt Vakuumbetrieb, selbst wenn im Nutzraum des Ofens Temperaturen von weit über 1000 °C herrschen. Das unterscheidet diese Öfen von Heißwandretortenöfen der Baureihe NR mit außenliegender Beheizung, die nur bis ca. 600 °C unter Vakuum betrieben werden können.

Die vakuumdichte Ofenkammer - Retorte genannt - bildet den gasdichten Prozessraum des Ofens. Dadurch können exakt definierte Atmosphären oder Vakuumbedingungen erzeugt werden, die für hochwertige Wärmebehandlungsprozesse erforderlich sind.

Die Retortenöfen der Baureihe VHT können mit verschiedenen Prozessgasen betrieben werden, beispielsweise: 

  • Stickstoff (N₂) 
  • Argon (Ar) 
  • Nicht-brennbares Formiergas wie z.B. N2/H2 (95/5 %) oder Ar/H2 (98/2 %)
  • Wasserstoff (H₂) - für den Betrieb mit brennbaren Gasen bietet Nabertherm spezielle Sicherheitspakete. 
  • Weitere Prozessgase wie z. B. He, CO, CH4, NH3 … sind auf Anfrage möglich

Ja. Die H₂-Ausführungen der VHT-Baureihe sind speziell für den sicheren Betrieb mit Wasserstoff und anderen brennbaren Gasen ausgelegt. Ein zertifiziertes Sicherheitssystem überwacht kontinuierlich den Prozess und leitet im Fehlerfall automatisch Schutzmaßnahmen ein.

Ja. Unsere Vakuumöfen können für Anwendungen nach AMS2750 beziehungsweise CQI-9 konfiguriert werden. Je nach Ausführung können die Anlagen mit geeigneter Mess- und Regelungstechnik sowie dokumentierbarer Prozessführung ausgestattet werden.

Die Standardmodelle der VHT-Serie decken Nutzvolumen von 8 bis 500 Litern ab. Dadurch eignen sich die Öfen sowohl für Laboranwendungen als auch für größere Produktionschargen.

Ja. Nabertherm bietet umfangreiche Individualisierungsmöglichkeiten, darunter: 

  • Angepasste Nutzraumabmessungen 
  • Mehrzonigkeit für verbesserte Temperaturgleichmäßigkeit 
  • Zusätzliche Prozessgase 
  • Automatisierungslösungen 
  • Erweiterte Kühlkonzepte 
  • Chargiergestelle und ähnliches  
  • Individuelle Steuerungs- und Dokumentationslösungen 
  • Spezielle Aufstellbedingungen 

Und vieles mehr - gerne diskutieren wir mit Ihnen gewünschte Sonderlösungen, die auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind.

Ja. Die Öfen mit Standardcontroller P570 können mit dem VCD-Softwarepaket ausgestattet werden. 

VHT-Öfen mit SPS-Steuerung sind standardmäßig mit der Dokumentationslösung NTLog/NTGraph ausgestattet. Diese ermöglicht eine zuverlässige Erfassung und Auswertung relevanter Prozessdaten.  

Für erweiterte Anforderungen steht das Nabertherm Control Center (NCC) zur Verfügung. Mit dieser leistungsfähigen Software lassen sich Prozesse komfortabel überwachen, dokumentieren und langfristig archivieren. 

Ja. Mit entsprechenden Erweiterungen lassen sich mehrere Prozessgase automatisch regeln und in den Prozess integrieren. Mit optionalen Massendurchflussreglern lassen sich innerhalb deren Regelbereiche Gasgemische gezielt in den Prozess einleiten.  

Die Kaltwand-Retortenöfen der VHT-Baureihe werden in zahlreichen Branchen eingesetzt, darunter: 

  • Luft- und Raumfahrt 

  • Automobilindustrie 

  • Medizintechnik 

  • Halbleiterindustrie 

  • Forschungseinrichtungen/Universitäten 

  • Pulvermetallurgie 

  • Keramikindustrie 

  • Werkstofftechnik 

Und zahlreiche weitere Industrien, die Wärmebehandlungsprozesse mit kontrollierter Atmosphäre oder Vakuum bei hohen Temperaturen benötigt 

Die VHT-Öfen verfügen über umfangreiche Sicherheitsfunktionen. Einige davon sind nur mit Zusatzausstattung notwendig/verfügbar. Einige typische Beispiele: 

Ja. Die Öfen können in bestehende Produktionsumgebungen integriert und mit übergeordneten Steuerungssystemen verbunden werden. Schnittstellen und Automatisierungslösungen werden projektspezifisch umgesetzt. 

Wenn der Prozess eine schlagartige Abkühlung mittels Abschreckens unter einem Prozessgas im Überdruck erforderlich macht, dann kommt diese Ofenserie nicht in Frage.  

Für eine beschleunigte Abkühlung bietet Nabertherm jedoch eine direkte Gasschnellkühlung an. Dabei zirkuliert das Prozessgas bei Atmosphärendruck mit einer hohen Geschwindigkeit vom Ofenraum in einen Gas-Wasser-Wärmeübertrager und von dort zurück in den Ofenraum. Die heiße Charge gibt die Wärme an das Prozessgas ab. Das erwärmte Prozessgas wird im Wärmeübertrager wieder heruntergekühlt und erneut durch die Charge geführt.  

Die Auswahl hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab: 

  • Maximaltemperatur 

  • Prozessatmosphäre 

  • Mögliche Ausgasungen aus dem Produkt 

  • Reinheitsanforderungen 

  • Chargengröße und -gewicht 

  • Vakuumniveau 

  • Automatisierungsgrad 

Die Experten von Nabertherm beraten individuell und entwickeln gemeinsam mit Ihnen die passende Ofenlösung für Ihren Wärmebehandlungsprozess. 

Die Prozessatmosphäre beeinflusst maßgeblich die Materialeigenschaften und Oberflächenqualität. Mit den Kaltwand-Retortenöfen der Baureihe VHT lassen sich exakt definierte Atmosphären realisieren, um z. B. Oxidation zu vermeiden oder gezielte Reaktionen zu steuern. 

Ja. Durch ihre flexible Ausstattung, präzise Regelung und vielfältigen Konfigurationsmöglichkeiten eignen sich die VHT-Öfen ideal für Forschungsanwendungen, Pilotproduktionen und Materialentwicklungen. 

Folgende Versorgungsleistungen sind üblicherweise erforderlich: 

  • Strom 
  • Prozessgas 
  • Kühlwasser - das Kühlwasser sollte ausfallsicher sein 
  • Ggf. Absaugung / Raumbelüftung 
  • Ggf. Druckluft 
  • Bei Öfen mit Nachverbrennung ist oftmals ein zusätzliches Brennergas erforderlich (z.B. Propan oder Erdgas) 
  • Platz - wir empfehlen einen Wartungsabstand von mindestens 800 mm rund um den Ofen

 

Mit P570 müssen Ventile von Hand geschaltet werden, während der Controller sich um das Abfahren der programmierten Temperaturkurve kümmert. Mit der kostenlosen „MyNabertherm“ App können sie den Prozess Ihres Ofens von überall aus überwachen.  

Mit einer SPS-Steuerung drücken Sie nur den Startknopf und der zuvor programmierte Prozess läuft vollautomatisch ab.  

Alle Öfen werden erst nach Beauftragung gebaut, um diese Ihren individuellen Bedürfnissen anzupassen. Einen kleinen Standardofen können wir in ca. 6 Monaten liefern, während ein großes Ofensystem mit vielen Sonderwünschen bis zu einem Jahr brauchen kann. Bei großen Abnahmemengen, sind auch Staffellieferungen möglich.  

Kunden-Testzentrum

Welcher Ofen ist die richtige Lösung für diesen spezifischen Prozess? Die Antwort für diese Frage ist nicht immer einfach zu finden. Aus diesem Grund verfügen wir über ein in Größe und Vielfalt einzigartiges, modernes Technikum, in dem eine repräsentative Auswahl unserer Öfen für Versuchszwecke für unsere Kunden zur Verfügung steht.